Hände hoch! Wie viel Männer sind unter euch, die sich selbst als nett, verständnisvoll und zärtlich beschreiben würden und trotzdem immer Samstag abends alleine vorm TV sitzen und sich fragen “Warum will mich keine Frau?”

Als echt netter Kerl ist das mit der Frauenwelt nicht so leicht. Ich könnte da ein ganzes Buch darüber schreiben. Es ist ja nicht so, dass man sich keine Mühe geben würde. Man flirtet, baggert Meter tiefe Löcher, trägt die Angebetete auf Händen und lädt sie schließlich zu dem teuersten Italiener der Stadt ein. Man gesteht ihr, mit mindesten 20.000 Rosen in der Hand, dort, dass sie die große Liebe sei. Und dann bekommt man folgendes in die Fresse gehauen: “Du bist ein echt netter Kerl und ich hab dich voll gern… aber nur als Freund.” Und weil man so ein echt netter Kerl ist, stimmt man der anschließenden, gefühlten Ohrfeige, dass man ja Freunde bleiben könne, zu. Und weil man wirklich so ein echt netter Kerl ist, sagt man ihr auch nicht, dass sie für dieses wahnsinnig teure Essen und die 200.000 Rosen ruhig mal die Beine breit machen könnte.

Denn es ist ja nicht so, als würde sie seit Jahren in Enthaltsamkeit leben. Man braucht sich ja nur mal ihre ganzen Exfreunde und One Night Stands anschauen. Arschloch reiht sich an Arschloch. Warum man das als echt netter Kerl weiß? Als echt netter Kerl betreibt man automatisch eine Telefonseelsorge, die 24h am Tag geöffnet hat. Jede Frau, die man neu kennen lernt, merkt so was sofort. Als würde es dick und fett auf der Stirn stehen.

Als echt netter Kerl philosophiert man dann öfter mal nachts um 3 mit einer Freundin ob das Arschloch, der sie schon wieder verprügelt oder verlassen hat, doch der richtige ist. Und dass, obwohl man weiß, dass sie schon 5 Minuten später, nachdem das Telefonat mit der Aussage “Diesmal ist er wirklich für mich gestorben” beendet wurde, die beiden wieder Versöhnungssex haben werden. Ein Kreis den man als seelische Müllhalde fast jede zweite Nacht durchläuft.

In täglicher Regelmäßigkeit bekommt man dann auch ein “Wäre er doch ein bisschen wie du” vor die Füße geworfen, während sie ihre wasserfeste Schminke schon wieder auf ein neues T-Shirt verschmiert. Nur ein bisschen? Hallooo?? Hier stehen 100% von mir, will dass denn nicht in dein Schädel?

Aber als echt netter Kerl denkt man sich “Irgendwann siehst du es ein und wirst dieses Arschloch verlassen… und dann bin ich da.” Schließlich ist es soweit. Nach weiteren, gefühlten 200.000 nächtlichen Telefonseelsorgenberatungen hat sie den Arschloch endlich verlassen. Sie steht vor dir, mit glänzenden Augen, du denkst, du bist am Ziel. Sie holt Luft und sagt: “Du, dein Freund Mike, ist der eigentlich noch Single?”…

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