1. September 2009. Ich war schon Tage vorher ziemlich nervös, doch als ich am Morgen des 1. Septembers aufgewacht bin, war ich so aufgeregt wie schon seit Jahren nicht mehr. 1. September 2009 - der erste Tag meiner zweiten Ausbildung - Altenpfleger sollte es sein. Vom Bürostuhlakrobaten zum Altenpfleger. Ein Weg den nicht jeder findet…
Ich weiß es noch, als wäre es ungefähr eineinhalb Monate her. Einschulung. Meine Dritte. Die Anderen sind schon ein paar Tage länger her. Wie gesagt, dritte Einschulung. Im Dom, weil es eine evangelische Schule ist. Die ca. 2h dauernde Einschulung kann man sich zum Teil als Gottesdienst und zum anderen Teil als Schuleinführungs- und Berufsvorstellungsdingens vorstellen. Ziemlich langweilig, monoton und unbequeme Bänke. Kirche halt.
Nach der Klasseneinteilung ging es dann flotten Schrittes in die Schule. Gegenseitiges beschnuppern und Einführung in die Schulphilosophie, Klassendingens und so. Wenn ihr schon mal zur Schule gegangen seit, kennt ihr das. Und die nächsten Tage brach dann ein richtiger Vorstellungsmarathon aus. Gefühlte 5000mal mussten wir uns fast jedem Lehrer vorstellen. Zu Anfang noch lustig, wurde es zum Ende nur noch nervig…
Der erste Schulblock dauerte ganze 4 Wochen, bevor es dann Ende September in die Praxis ging. Auch hier war der erste Tag der wohl aufregendste. Man selbst beschnuppert die Bewohner, die Bewohner beschnuppern den Neuen (der jetzt öfters kommt) und sowieso ist alles neu. Kollegen, Tagesablauf, Einrichtung, Chef und alles was so dazu gehört. Werdet ihr noch die nächsten Jahre exklusiv und hier erfahren, was alles so dazu gehört und was ich hier und da und dort erlebe:)
Wie dem auch sei. Ich bin jetzt seit 3 Wochen in der Praxis und kann sagen, dass es langsam läuft. Der Tagesablauf sitzt, die Bewohner kennen ein und man kennt die Bewohner. D.h. wen man mit Samthandschuhen anfassen muss, mit wem man rumblödeln kann, wer etwas mehr und wer etwas weniger Spaß ab kann und wer bei jedem Scheiß gleich zum Chef rennt und petzt.
Und mein anfängliches “Oh mein Gott, wie willst du das alles schaffen!?” hat sich in ein “Yeah, wir rocken das Altenheim!!” gewandelt. “It kümmt Jung, it kümmt.”